Neue 76 GHz Transverter bei DG8EB und DK4RC

 

Zur letzten NOBUG im November 2006 (Treffen der Nordbayrischen UKW-Gruppe) habe ich mich mit Gert (DG8EB) über den Aufbau neuer Stationen für 76 GHz unterhalten. Nach einer fruchtbringenden Diskussion beschlossen wir, mehrere (mindestens drei) neue Stationen aufzubauen. Wir entschieden uns für einen funktionellen Aufbau wie von Philipp Prinz (DL2AM) beschrieben. Das ist die z.Z. leistungsfähigste und günstigste Variante für 76 GHz. Also: Verwendung eines 38 GHz Multipliers und einer MACOM- Mischdiode (MA4E1318) auf einer 76 GHz Leiterplatte nach DB6NT.

 

Den mechanischen Aufbau wollten wir aber einfacher und für den Abgleich sowie für die Langzeitstabilität günstiger gestalten. Die mechanische Anordnung war schnell skizziert. Gert baute über die Weihnachtsfeiertage zwei Prototypen der nachfolgend gezeigten Mischköpfe auf. Sie ließen sich sehr leicht in Betrieb nehmen und bringen beide ein wenig mehr als 2 mW Ausgangsleistung (Zweiseitenband). Als Oszillatoraufbereitung verwenden wir 131,750 MHz Eigenbau- OCXOs und LOCAL- Oszillator- Baugruppen nach DB6NT mit einer Ausgangsleistung von etwa 30 mW auf 12,648 GHz (also nichts Besonderes).

 

Die Empfangsempfindlichkeit wurde auch getestet. Es liegen mir momentan aber keine exakten Messwerte vor. Eindeutig nachzuweisen ist, dass die Empfangsempfindlichkeit mittels Reduzierung der Oszillatorleistung teilweise um etwa 2 dB verbessert werden kann. Gleiche Ergebnisse hat DL2AM nachgewiesen sowie DB6NT bei seinen, vor Jahren  beschriebenen Transvertern für die hohen GHz- Bereiche (vergleiche die Veröffentlichungen in der CQ-DL und im DUBUS).

 

In diesem Zusammenhang möchte ich mich bei Philipp (DL2AM) bedanken, der mir mehrere Multipliers und die notwendigen Mischdioden kurzfristig zugeschickt hat. Bedanken möchte ich mich auch bei Michael Kuhne (DB6NT) für die Beschaffung der 60 Grad- Quarze, der Leiterplatten .....und anderer Teile, sowie für die Genehmigung, in seinem QRL Messungen durchzuführen. Unbedingt muss ich in diesem Zusammenhang aber auch die Fähigkeiten von Gert ansprechen, der mit einer unvorstellbaren Ruhe und Präzision feinmechanische Arbeiten ausführt und die winzigen Dioden an der richtigen Stelle auf der Leiterplatte einlötet.

 

Zunächst eine Gesamtansicht des Transverters: (2014 ergänzt)

 

Der Mischkopf:



 

 

 

Nun zum Aufbau (eigentlich ist in den Skizzen und Bildern alles zu erkennen):

 

Die Maße des Mischkopfes ergeben sich aus den Maßen der verwendeten Hohlleiter und der Mischerleiterplatte. Nach dem der Mischkopf aus (Messing bzw. aus Alu) mechanisch bearbeitet ist, wird die Leiterplatte eingeklebt bzw. eingelötet. Danach werden in die Leiterplatte, für beide Hohlleiter, Öffnungen geschnitten. Zur Einkopplung lötet man auf die Leiterplatte zwei kleine, vergoldete Drähte (Anschlüsse alter GAS-FETs). Danach wird die Diode eingelötet und mit einem Ohmmeter auf Funktion geprüft. Anschließend lötet man die Drossel und den ZF-Eingang an. Zuletzt werden die Kurzschlussschieber auf der Rückseite der Hohlleiter eingeschraubt.  Die bestückte und geprüfte ZF-Baugruppe (nach DB6NT), der Multiplier und die Stromversorgungsleiterplatte für den Multiplier werden angeschlossen. Am Hohlleiterausgang wird mittels passendem Hohleiter ein für 76 GHz tauglicher HF-Detektor angeschlossen. Was folgt danach...... Anschluss der geprüften Oszillatoraufbereitung und eines 2 m Funkgerätes, Inbetriebnahme und Abgleich, Einbau in ein entsprechendes Gehäuse, Kurzstreckenversuche (mit zweiter Station, Antennenoptimierung, ... Contestteilnahme.

 

Prinzipiell kann an Stelle der Rechteckhohlleiter auch mit einfachen Rundhohlleitern gearbeitet werden (Bohrungen mit entsprechendem Durchmesser). Die Bohrung für die
76 GHz – Auskopplung muss im Durchmesser und in der Lage exakt mit der freigeätzten Massefläche auf der Unterseite der Mischerleiterplatte übereinstimmen. In diesem Fall braucht man keinen Ausschnitt in der Leiterplatte anzubringen. Beim Einsatz anderer Mischerleiterplatten (man sollte im Katalog der Fa. Kuhne-Elektronik stöbern), anderer Dioden, anderer Oszillatorquarze und anderer Hohlleiter, kann bei adäquatem Aufbau relativ leicht auch ein Versuch auf anderen GHz- Bändern gestartet werden.

 

Ich hoffe mit dem Beitrag einige OM's zum Einstieg in die hohen GHz-Bänder zu animieren.

 

73 awdh auf den VUS-Bändern

 

Roland, DK4RC

 

(u.a. aktiv bei DL0GTH tätig; weitere Fotos vom März- Contest: http://www.dl0gth.de/reports.htm sowie hier)